Das ehemalige Bistum und der Dom zu Worms
Die Geschichte des Bistums Worms
Entstehung, Blüte und Untergang
Worms war ursprünglich ein eigenes Bistum, dessen Geschichte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts mit Bischof Victor begann und dessen Aufstieg mit der politischen Bedeutung der Stadt Wormatia im fränkischen Reich eng verknüpft war.
Unter Bischof Burchard (1000 - 1025 n. Chr.) begann die Blütezeit des Bistums und erreichte im 12. Jahrhundert zur Zeit von Kaiser Friedrich Barbarossa ihren Höhepunkt. Worms entwickelte sich auch zu einem Zentrum des europäischen Judentums, das noch heute einmalige Erinnerungen an das jüdische Leben vieler Jahrunderte bietet.
Im 16. Jahrhundert war Worms ein wichtiger Schauplatz der Auseinandersetzungen um die Reformation: Auf dem Wormser Reichstag von 1521 trug Martin Luther seine Kritik an der damaligen Kirche vor; kurz darauf wurde von Kaiser Karl V. im Wormser Edikt die Reichsacht über ihn verhängt. Im Dreißigjährigen Krieg und späteren kriegerischen Auseinandersetzungen wurden viele Kirchen und Klöster im Bistum Worms und in der Bischofsstadt zerstört. Die Umwälzungen der Französischen Revolution brachten dann den endgültigen Untergang des Bistums.
Enge Verbindung zum alten Erzbistum Mainz
Die Geschichte des Bistums Worms war in vielen Streitereien, aber auch kirchenpolitischen Zusammenschlüssen immer wieder eng mit der Geschichte des angrenzenden mächtigen Erzbistums Mainz verbunden.
Seit dem 16. Jahrhundert hatten in unregelmäßiger Reihenfolge der Erzbischöfe von Mainz und Trier oft auch zugleich den Bischofsstuhl von Worms inne. Im Zusammenhang der Neuordnung der Kirchengebiete in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurden die Regionen der ehemaligen Diözese Worms schließlich zwischen den Bistümern Mainz, Speyer, Freiburg und Rottenburg aufgeteilt.
Die alte Bischofsstadt Worms mit ihrem Dom ist seitdem ein lebendiges Zentrum kirchlichen und kulturellen Lebens im südlichen Teil des Bistums Mainz. 23 Seelsorgestellen mit mehr als 35 000 katholischen Christen gehören heute zum Dekanat Worms. Im mittelalterlichen Kollegiatsstift von St. Paulus beispielsweise, das seit 1928 ein Kloster der Dominikaner ist, wurde 1993 das zentrale Noviziat der deutschen Provinz der Dominikaner eingerichtet, in dem sich junge Männer auf das Leben in diesem Orden vorbereiten.
Die Geschichte des Doms zu Worms
Der heutige Dombau steht auf dem höchsten Hügel im Stadtbezirk Worms, etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel. Diese hochwassersichere Lage war wahrscheinlich auch der Grund, warum dort ca. 3000 Jahre v. Chr. Menschen eine erste Siedlung gründeten.
Die Römer unterwarfen im 1. Jahrhundert v. Chr. diese Siedlung und errichteten auf dem Hügel neben einem Verwaltungszentrum auch einen Tempelbezirk. Nach dem Untergang des römischen Reichs erbaute der Burgunder Dagobert I. (625-639) auf den Grundmauern der römischen Gebäude eine Kirche. Diese schlichte dreischiffige Basilika ohne Querschiff und Turm gilt als der Vorläufer des heutigen Domes.
Nachdem im Jahr 1000 Burchard zum Bischof von Worms ernannt worden war, ließ er den Bau der Burgunder abreißen und einen Neubau beginnen. Die Planungen sahen einen kreuzförmigen Bau mit zwei halbrunden Chören vor, der in Ost-West-Richtung errichtet werden sollte. Die Nachfolger Bischof Burchards ließen den Neubau wiederum abbrechen und neu aufbauen. Die Gründe für die Neuerrichtung des Domes waren wahrscheinlich große Schäden an der Bausubstanz. Unter Bischof Conrad II. wurde der Westchor vollendet und der Dom 1181 geweiht .
Die nächsten Jahrhunderte hinterließen sichtbare Spuren am Wormser Dom. So wurde der Dom während des Dreißigjährigen Krieges 1618-1648 von den schwedischen Truppen stark beschädigt. 1689 wurde der gesamte Dom - wie die Stadt - niedergebrannt. Von den Bischöfen Franz-Ludwig von Pfalz-Neuburg (1694-1732) bzw. Franz-Georg von Schönborn (1732-1756) wurde der dom wieder hergestellt und mit einer reichen barocken Innenausstattung versehen. Darunter der Hochaltar, der um 17490 nach Plänen von Balthasar Neumann errichte wurde.
Nach der Besetzung von Worms durch die französischen Revolutionstruppen im Jahr 1792 diente der Dom als Lager und Pferdestall. 1886 begann eine gründliche Außen- und Innenrenovierung bis auf die Grundmauern, die erst 1935 abgeschlossen wurde. Schon zehn Jahre später wurde der Dom durch Fliegerangriffe erheblich beschädigt.
Im Jahr 1999 schlossen sich Wormser Bürger zu einer Initiative zusammen und gründeten den "Dombauverein Worms e.V.". Der Verein hat laut Satzung die Aufgabe, "den baulichen Unterhalt und die Pflege des Domes zu Worms und die dazugehörigen Kunstwerke und -schätze ideell und finanziell zu unterstützen."
Hier geht es zu den Seiten der Wormser Dompfarrei mit weiteren Informationen zu Dom und geistlichem Leben in Worms.

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